Soja auf die Bohne und schönerer Döner

Am nächsten Tag habe ich einen Termin in München-Schwabing. Bevor ich am Ostbahnhof in die S-Bahn steige, brauche ich noch eine Kaffee. Weil ich irgendwie keine Lust habe, mich durch Vanilla Bean zu klicken, frage ich Vivi schnell per Messenger, wo ich einen veganen Latte kriege. Sie schickt mir den Link zum Erbils in der Breisacher Str. 13, wo es angeblich einen super Kaffee mit Hanfmilch gibt.

Zwei Minuten später bin ich da. Inhaber Erbil schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und erklärt mit weinerlicher Stimme, dass die Kaffeemaschine leider kaputt ist. “Kein Problem, dann nehme ich einen ganz normalen Kaffee mit Hanfmilch obendrauf – muss nicht geschäumt sein.” Meine Flexibilität ist eher dem Zeitmangel geschuldet als meiner Toleranz gegenüber herkömmlicher Brühbohne.

»Leider habe ich auch keine Hanfmilch mehr.« Erbil sieht jede Chance dahin, seinen Kunden zufriedenstellen zu können und ich befürchte schon, dass er sich gleich den Gürtel aus der Hose zieht, um sich daran aufzuhängen. »Kein Thema, Soja geht auch«, beeile ich mich zu sagen.

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Nur wenig später halte ich den ersten Soja-Milchkaffee meines Lebens in der Hand und bin überrascht, dass der zwar anders schmeckt, aber nicht unbedingt schlechter. Ich hatte schon wesentlich schlechtere Kaffees mit Milch. Zufrieden geht es zum Termin.

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Etwas überrascht bin ich, als Vivi am Abend vorschlägt, am Hauptbahnhof einen Döner zu essen. »Es gibt vegane Döner?« »Ja, und im Royal Kebabhaus an der Arnulfstraße sind die sogar die Regel. Wenn Du da einen mit Fleisch willst, musst Du das extra dazu sagen.«

“Einen normalen Döner Kebap, bitte!” “Also vegan?” Der Verkäufer hat ein fettes Grinsen im Gesicht, als ich bestelle. Kurz darauf sitze ich vor meinem ersten veganen Döner, mit Seitan statt mit Fleisch.

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Auf den ersten Blick lecker. Und am Rand schön knusprig, wie sich herausstellt – exakt so, wie es bei einem perfekten Döner Kebap sein muss. Die Tomaten-Paprika-Soße passt perfekt dazu. Ich habe in München so selten wirklich gute Döner gehabt, dass ich inzwischen eigentlich der Meinung war, Türken würden die Kunst der Zubereitung verlernen, sobald sie die bayrische Landesgrenze überschreiten. Aber das hier war definitiv nicht mein letzter veganer Döner.

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