Gekauft und gekocht

Gefühlt vergrößert sich das vegane Angebot in meinem Provinz-Rewe täglich. Heute habe ich Quinoa Chips und Müsliriegel ausprobiert, die ich vorher da noch nicht gesehen hatte. Vielleicht kann man ja in normalen Supermärkten inzwischen alles bekommen, was man für ein üppiges Veganermahl so braucht?

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Ich beschließe, es zu versuchen und am Wochenende mal richtig vegan zu kochen. Nach einem leckeren Rezept und nicht einfach nur vegane Spaghetti mit Tomatensauce.

Die Zutaten besorge ich mir in Landshut. Im dortigen Real-Markt fällt auf, dass viele Regalmeter mit “Vegan”-Schildchen markiert sind. Auch hier wird klar, dass Veganer inzwischen keine blasse Randgruppe mehr sind, sondern eine beachtliche Zielgruppe. Je nach Quelle sind es in Deutschland 2016 zwischen 800.000 und 900.000 Menschen, die versuchen, ohne Tierprodukte auszukommen.

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Ich kaufe also Mais, Bohnen, Brokkolie, Zwiebeln, Quinoa, Sesam und Tofu mit Kräutern drin. Ein etwas gepumptes Rezept für eine vegane Gemüsepfanne wird umgesetzt.

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Die Zubereitung ist einfach, nach eine knappen halben Stunde kann serviert werden. Und es schmeckt köstlich. Selbst Frau und Junior essen mit und sind begeistert. Mal sehen, was nächsten Sonntag Veganes auf den Tisch kommt.

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Vegan beim Griechen

Nachdem der Härtetest im American Diner so gründlich schiefgegangen ist, versuche ich es heute beim Griechen in der Provinz. Ein hundertprozentig veganes Mahl soll her.

Rein vegane Sachen stehen natürlich nicht auf der Speisekarte. Aber die vegetarische Sektion scheint mir eine gute Bastelgrundlage zu sein:

»Gegrilltes Gemüse mit Knoblauch Paprika-Florinis, Broccoli, Riesenbohnen Reis, Pita & Zaziki.« Okay, Zaziki muss ich wohl weglassen. Aber was sind Florinis? Ah, laut Google mit Schafskäse gefülltes Zeug. Verdammt. Weiter.

»Griechische Reisnudeln mit gegrillten Tomaten Zwiebeln, Ratatouille, Gewürze & Knoblauch überbacken mit Joghurt-Bechamel-Creme« Hmm, wenn ich darum bitte, die Creme wegzulassen, womit wollen sie es dann überbacken? Weiter.

»Im Ofen gebackene Auberginenhälften gefüllt mit gewürfeltem Gemüse Schafskäse, Tomaten & Knoblauch« Auch hier den Schafskäse weglassen und es hört sich an wie ein vernünftiges Gericht.

Den Schafskäse wähle ich dann tatsächlich ab, allerdings beim großen Bauernsalat. Dazu gerne eine Portion »Reis mit pikanter Tomatensauce«. Als inzwischen routinierter Nachfrager bitte ich die Kellnerin um die Info, was alles in der Tomatensauce drin ist. Ihrem fragenden Blick begegne ich dann noch mit der populärwissenschaftlichen Vegan-Definition: »Ich muss wissen, ob da Milch oder andere tierische Produkte verwendet wurden.«

Ihrem Bericht aus der Küche zufolge ist die Sauce tatsächlich vegan. Allerdings muss ich mich drauf verlassen. In Restaurants gibt es für Veganer keine Garantie, dass es auch wirklich so ist, wie das Personal versichert.

Geschmeckt hat es jedenfalls.

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Not so sehr awesome …

Ich hatte mir so viel vorgenommen. Die ultimative Challenge. In einem American Diner vegan zum Mittag essen. Und es fing auch ganz gut an, im »Jones Diner« an der Karlstraße.

Der »Sunny Jones Veggie Burger« springt mir auf der Speisekarte ins Auge. Und der Zusatz »Not only for Veggies!« Vielleicht ja dann sogar für Veganer? Yes, I will give it a try.

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Aber lieber noch mal den nicen Waiter fragen, ob der Veggie Burger nicht vielleicht sogar vegan ist. »Ja, soweit ich weiß, sind da keine tierischen Bestandteile drin.« Ich kann es hardly glauben und ordere das Ding.

Ein paar Minuten später kommt er wieder, this time not ganz so happy: »Sorry, ich habe gerade erfahren, dass in dem Bratling auch etwas Käse mit eingebacken ist.« Ich notiere auf seiner Habenseite, dass er offenbar weiß, worauf es beim Veganersein ankommt, bin aber echt disappointed.

Ich hatte mich so sehr auf den Burger gefreut. Der Gedanke, jetzt einfach nur ein Piece Gurke, Tomate und zwei Brötchenhälften zu mir zu nehmen, gefällt mir nicht. Zu groß war die Anticipation, die sich aufgebaut hatte. Shit. Her mit dem Ding. Ist ja nur wenig Cheese drin. Und dafür ist das Relish vegan.

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Dann steht er vor mir. Genießen kann ich ihn kaum, obwohl er ganz gut tastet. Die Konsistenz des Bratlings könnte fester sein (mehr Käse vielleicht?) Als ich fertig bin, fühle ich mich lousy. Was wird Vivi sagen? Nicht by mistake Käse gehabt, sondern full of Absicht. Das gibt ‘ne fette Deduction auf die Points.

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Leder als einzig wahre Ware

Woran erkennt man einen Veganer im Anzug? An den Turnschuhen! Zumindest, wenn er versucht hat, sich passende Schuhe in den einschlägigen Schuhgeschäften der Münchner Innenstadt zu besorgen.

Das war zumindest der Vorschlag der Fachverkäuferin im Karstadt. Dort habe ich mal ganz blauäugig nach »Anzugschuhen, die nicht aus Leder sind« gefragt. »Aus Textil sind bei uns nur die Turnschuhe«, waren ihre Worte.

»Vegane Schuhe? Was soll das denn sein?« Das ist wenig später die drastische Reaktion des Beraters im Wormland. Immerhin lässt er es sich von mir erklären, und er scheint auch ehrlich interessiert zu sein. »Leider sind bei uns hier alle Schuhe aus Leder«, zuckt er aber abschließend mit den Schultern.

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Dass im deutschen Schuheinzelhandel Leder die einzig wahre Ware ist, macht mir die Fachfrau im Tretter deutlich: »Ein echtes Schuhfachgeschäft führt nur Lederschuhe.« Tierhäute sind also der ultimative USP, denke ich. Meinem Hinweis, dass es doch auch Schuhe aus Kunstleder geben muss, begegnet sie naserümpfend mit einem Verweis auf Deichmann. Die Kette gehört wohl in ihren Augen nicht zum »Fachhandel«.

Der junge »Deichmann«, den ich kurz darauf an der Kaufinger Straße nach veganem Schuhwerk befrage, ballt das Gesicht zunächst zum Fragezeichen. Seine Miene hellt sich auf, als ich das Stichwort »Kunstleder« von mir gebe. »Ja, die Memphis-Schuhe – die sind alle aus Kunstleder«, zeigt er mir stolz.

Das Kunstleder ist das eine, aber sind auch die anderen Materialien wie der Kleber tierfrei? »Das weiß ich leider nicht.« Ich bedanke mich, und beschließe, bei Deichmann direkt nachzufragen.

Deichmann ist schon schnell. Anderthalb Stunden nach meiner E-Mail habe ich die Antwort:

… generell sind all unsere Synthetik- und Textilschuhe vegan.

Jedoch können wir auf Grund der Vielzahl an Produkten nicht alle Bezugsquellen zu 100% nachvollziehen.

Da wir selber nicht Hersteller der Produkte sind, können wir Ihnen leider keine Garantie darüber geben,

dass die benutzten Klebstoffe und Farben keine tierischen Bestandteile enthalten.

Wir bitten um Ihr Verständnis.

Das heißt also, wer passende vegane Schuhe zu seinem wollfreien Anzug braucht, muss mal wieder einen der veganen Online-Shops bemühen oder sich die wenigen veganen Angebote bei Amazon herauspicken, weil es dort immer noch keine entsprechende Kategorie gibt.

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Essen ohne Plan

Meine heutige Challenge: Ich soll mir auf Chefkoch.de leckere vegane Rezepte heraussuchen und mir ein entsprechendes Kochbuch anlegen.

Das ist relativ einfach, und schnell füllt sich mein Kochbuch innerhalb der Chefkoch-App. Wenn ich mir aber im Nachhinein so anschaue, was ich ausgewählt habe, wird mir klar, dass ich einen richtigen Ernährungsplan brauche.

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Mit meinen Vorlieben und meinem Wissensstand werde ich wahrscheinlich nicht zu einer ausgewogenen Ernährung kommen. Ich habe nun schon mehrfach gehört, dass ich darauf achten muss, genügend Eiweiß und Vitamin B12 zu mir zu nehmen, habe aber keinen Plan, wie.

verwirrt-rot

Verstecktes Veganes

Mein Vegan Buddy Vivi hat mir die Challenge gegeben, vegane Produkte ausfindig zu machen, die es in jedem Supermarkt gibt. Also Dinge, die ich bereits kenne, aber von denen ich bisher keine Ahnung hatte, dass sie vegan sind.

Darüber hatte ich noch nie nachgedacht, aber wie schon so oft als werdender Veganer half mir Google hier weiter. Und beim Durchforsten der Suchergebnisse bin ich schnell beim Einkaufsguide von PETA2 hängengeblieben.

Ritter Sport Marzipan ist demnach vegan. Super! Und der Mr. Tom Erdnussriegel auch! Und Mambas! Wahnsinn! Und auch viele Haribo-Sorten. Das Heinz-Ketchup kann ich weiterbenutzen, genauso wie Afri Cola und Almdudler. Herrlich.

Und von Bofrost oder Eismann kann ich mir laut Einkaufsguide auch jede Menge Veganes nach Hause liefern lassen. Diese Liste ist ein Segen.

 

begeistert-gruen

Gefährliche Schokolade

Vegan zu leben mag gesund sein, aber mich hätte es heute fast umgebracht: Ich hatte mir einen Vego-Schokoriegel besorgt, um mal zu testen, wie vegane Schokolade denn so schmeckt. Vielleicht hätte ich das lieber nicht beim Autofahren machen sollen, denn als ich mir einer der riesigen Stücke abgebrochen habe, bin ich auf die Gegenfahrbahn geraten und kam gerade noch rechtzeitig wieder zurück. :-/ Zum Glück ist alles gut gegangen, auch wenn der Passatfahrer sicher den Schreck seines Lebens bekommen hat. Sorry!

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So kann ich Euch doch noch davon berichten, wie der Schokoriegel schmeckt. Mein Fazit: Man kann sich dran gewöhnen. Aber der Schmelz von Milchschokolade ist nicht dabei.

Es hat mich an heiße Schokolade erinnert, die mit Wasser statt mit Milch aufgegossen wird. Es fehlt die gewisse Cremigkeit. Aber nach dem dritten Stück hat es dann ganz gut geschmeckt. Ich hoffe aber, ich finde eine bessere vegane Schokolade.

Apropos vegan und Lebensgefahr: Beim Benutzen der Codecheck-App ist mir aufgefallen, dass man als Veganer nicht automatisch gesund lebt: Mir sind schon viele Produkte untergekommen, die laut App übermäßig viel Fett oder Zucker haben, und somit auch nicht unbedingt zu empfehlen sind.

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Das bringt meinen Versuch auf ein ganz anderes Level: Nicht genug, dass ich vegane Alternativen finden muss: Ich darf auch nicht immer das Erstbeste nehmen, sondern muss sozusagen die Alternative zur Alternative ausfindig machen.

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»Omi« backt vegan

Ich gebe es zu: Ich bin vielleicht etwas zu oft im Coffee Fellows am Münchner Hauptbahnhof. Aber hier komme ich mehrmals am Tag vorbei, wenn ich in der Stadt unterwegs bin und man kann gut die Zeit zwischen Terminen mit Arbeiten überbrücken.

Da sie nur einen einzigen veganen Bagel im Angebot haben, frage ich einfach mal ganz blauäugig nach veganem Kuchen. »Ja klar: Der Apfelkuchen ist vegan.« »Echt?« Meine freudige Antwort wurde offenbar als tief sitzender Zweifel interpretiert, weshalb die nette Frau hinterm Tresen auf den Ordner mit der Dokumentation der Inhaltsstoffe hinweist.

Inzwischen habe ich den Kuchen bestellt und blättere im Ordner. Ich finde allerdings keinen Eintrag zu »Großmutters Apfelkuchen«. Nicht, dass ich der netten Frau nicht glaube, aber ich mache sie mal drauf aufmerksam. Vielleicht hat es für den Laden ja rechtliche Konsequenzen, wenn das Blatt fehlt.

»Oh, das tut mir leid. Ich kann Dir aber die Verpackung zeigen.« Da lehne ich nicht ab. Bevor es wieder einen Rüffel von Vivi gibt, will ich mich überzeugen.

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Und tatsächlich prangt auf der Tiefkühlverpackung zwar nicht Omis Konterfei, dafür aber eine fette Kennung »vegan«. Und auch in der Angabe der Inhaltsstoffe findet sich nix Tierisches. Tierisch gut. Und schmeckt auch. Wen stört’s, dass Coffee Fellows nicht selber backt, sondern Erlenbacher.

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Auf Bärenjagd

Auf dem Weg in die Stadt ereilt mich eine neue Challenge:

Hi Steffen! Hier kommt deine heutige Vegan-Challenge:
Gummibärchen aus Schweineknochen sind eklig. Doch gibt es eine Alternative? Haribo Schlümpfe sind beispielsweise ohne Gelatine, dafür aber mit Bienenwachs überzogen. Doch gerade saure konventionelle Sorten sind vegan, ohne dass es drauf steht. Suche dir solche Sorten und probiere, welche dir schmeckt. Tipp: In reinen Gummibären-Läden gibt es immer auch ein Regal mit veganen Sorten, die du bei der netten Verkäuferin probieren kannst. Enjoy!
Dein Vegan Buddy Vivi

Mich freut das zu hören, denn als langjähriger Gummibärchensüchtiger hatte ich ehrlich gesagt schon überlegt, ob das eigentlich ein Showstopper wäre, wenn es keine vegane Alternative gibt. Und sauer, da steh’ ich drauf.

Schnell Google angeworfen und à la Pokemon-Zombie zum nächsten Laden.

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Es ist ein Traum: Alle Tüten super ausgezeichnet, auf den veganen Sorten prangt ein fetter Aufkleber. Hier gibt’s keine Missverständnisse mit halbgebildeten Supermarktfachkräften. Ich darf alle Sorten, die ich mag, auch probieren, bevor ich mich entscheide. Irgendwie aber auch selbstverständlich bei 3,50 EUR pro Tüte. Ich bezahle für »Extrasauer« und verabschiede mich mit meiner Wochenration.

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Easy peasy, lemon squeezy. Challenge completed.

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So ein Käse!

Heute habe ich einen Geschäftstermin – in einer Pizzeria. »Also ist heute eine vegane Pizza dran.«, denke ich. Für mich ist das eine große Herausforderung, denn in einem Ofen zum Schmelzen gebrachter Käse war für mich bisher ein Hauptkriterium bei der Essensbestellung in Restaurants. Die Vorstellung, jetzt eine Pizza ohne den vulkanisierten Käsebelag essen zu müssen, gefällt mir gar nicht. Für mich ist es eigentlich selbstverständlich, Pizza und Lasagne mit »extra Käse« zu ordern.

Nun gut, die Bedienung ist hilfsbereit und bietet gleich an, den Käse weglassen zu können, als ich nach veganen Pizzen frage. Ich entscheide mich schweren Herzens für eine Pizza Funghi ohne Käse (heul).

Als die Pizza vor mir steht, bin ich überrascht: Sie wirkt überhaupt nicht trocken.

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Die passierten Tomaten lassen sie lecker und saftig aussehen. Und als ich probiere, stelle ich fest, dass die Tomatensauce zusammen mit den Pilzen den  Teig so richtig schön angeweicht hat. Haptisch vermisse ich den Käse kein bisschen. Und da Mozzarella sowieso nicht zu den opulentesten Geschmacksträgern gehört, schmeckt die Italienerin eigentlich auch ganz normal.

Stolz berichte ich Vivi. Doch Ihre Rückfrage lässt mich zusammenfahren wie der Biss auf einen Olivenstein: »Hast Du gefragt, ob der Teig vegan ist?« Merda.

20 Sekunden später schüttelt der Koch mit versteinerte Miene den Kopf. »Nicht vegan«, meint er nur, während ich mich wieder rückwärts aus der Restaurantküche entferne.

Hätte ich Vivi mal vorher Bescheid gesagt, denn sie hatte schon eine Pizza Challenge für mich vorbereitet, wie sich jetzt herausstellt – das wäre ihre Challenge gewesen, inklusive hilfreicher Infos für mich Möchtegernveganer:

Heute mal Italienisch? Echte Italiener bereiten Nudeln und Pizza ohne Ei und Milch im Teig zu. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Frage bei deinem Italiener, ob du die Pizza ohne Käse bestellen darfst (Vorsicht, Italiener sind da oft beleidigt, nicht persönlich nehmen!) und welche Zutaten der Teig hat!

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